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Yandex verspricht großes Update für Alice AI – Wochen nach dem Ausfall dreier Rechenzentren

Yandex kündigt für die kommenden Wochen ein großes Update für Alice AI an, während die Nutzung steigt und die Dienste nach Ausfällen in drei Rechenzentren Anfang Oktober wiederhergestellt werden.

Yandex hat zwei harte Wochen für seine Server und einen sehr guten Monat für seinen Chatbot hinter sich. Innerhalb von vier Tagen fielen drei Rechenzentren aus. Dennoch erklärt das Unternehmen, dass seine KI-Pläne unverändert bleiben und in wenigen Wochen ein großes Update für Alice AI erscheinen wird.

Die Ankündigung kam von Dmitry Masyuk, der bei Yandex die Geschäftsgruppe für Suchdienste und KI leitet. Künstliche Intelligenz gehöre weiterhin zu den wichtigsten strategischen Schwerpunkten des Unternehmens, und Yandex wolle ihren Einsatz in Produkten für Endverbraucher und Dienstleistungen für Unternehmen beschleunigen. Das kommende Update für Alice AI werde die Fähigkeiten des Assistenten deutlich erweitern, sagte er. Details zu den neuen Funktionen wurden nicht genannt. Damit besteht das Versprechen vorerst hauptsächlich aus einem Zeitfenster und einem Adjektiv.

Die Zahlen, auf die Yandex aufmerksam machen will

Die Zahl der täglichen Nutzer der App Alice AI ist laut Masyuk im vergangenen Monat um 14 % gestiegen. Das ist die unternehmenseigene Zahl.

Die unabhängige Zahl kommt von Mediascope: Dessen Septemberdaten zufolge lag Alice AI unter den KI-Diensten in Russland auf Platz eins. In diesem Monat nutzten den Dienst 59 Millionen Menschen, also 48 % der Bevölkerung ab 12 Jahren. Über alle KI-Dienste hinweg erreichte die monatliche Gesamtreichweite 55 % und lag damit mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor.

Bei der Methodik gibt es allerdings eine Einschränkung. Die Studie erfasste Websites und mobile Apps, nicht aber Chatbots in Messengern oder KI-generierte Antworten in der Suche. Die Rangliste beschreibt also eigenständige KI-Produkte. Ein beträchtlicher Teil der alltäglichen KI-Nutzung bleibt dabei schlicht außen vor.

Die Woche, in der die Server ausfielen

Interessant ist der Zeitpunkt der Ankündigung. Ihr ging eine Reihe von Vorfällen in drei Rechenzentren von Yandex voraus:

  • Sassowo, Region Rjasan. In der Nacht zum 8. Oktober brach ein Feuer aus, und die Anlage wurde vollständig abgeschaltet.
  • Kaluga. Am 9. Oktober fielen mehrere Module aus.
  • Nahe Wladimir. In der Nacht zum 11. Oktober wurde ein Rechenzentrum beschädigt und musste ebenfalls abgeschaltet werden.

Der Bericht bezeichnet diese Ereignisse als Angriffe. Als Details nennt er allerdings nur ein Feuer, ausgefallene Module und Schäden, ohne näher darauf einzugehen, wie es jeweils dazu kam.

Die Auswirkungen waren weitreichend. Unter anderem waren Alice, Suche, Karten, Taxi-, E-Mail- und Zahlungsdienste gestört. Auch externe Unternehmen, die auf der Infrastruktur von Yandex arbeiten, hatten Probleme. Das erinnert einmal mehr daran, dass eine Cloud auch nur das Gebäude von jemand anderem ist.

Schrittweise Wiederherstellung

Bis zum 14. Oktober hatte Yandex die meisten Funktionen von Alice AI sowie von Smart Speakern und Fernsehern mit YaOS wiederhergestellt. Am 20. Oktober stellte das Unternehmen den Zugang zu den wichtigsten Funktionen seines Werbedienstes Direct und seiner Produktivitätssuite Yandex 360 wieder her.

Die Quelle sagt nicht, ob inzwischen wieder alles normal läuft, und auch nicht, welchen Anteil an der Gesamtkapazität die drei Standorte ausmachten. Sie zeigt aber, dass die Wiederherstellung bei einigen Produkten mehr als eine Woche dauerte. Das passt nicht ganz zur Botschaft, dass alles seinen gewohnten Gang geht.

Wie das einzuordnen ist

Ein Unternehmen, das einen ambitionierten Produktfahrplan ankündigt, während seine Infrastruktur noch wiederaufgebaut wird, ist entweder zuversichtlich oder hat es eilig. Möglicherweise beides. Die Nutzungszahlen liefern Yandex ein gutes Argument dafür, dass die Nachfrage nicht das Problem ist. Ob die Hardware mit einer leistungsfähigeren Alice AI Schritt halten kann, ist eine andere Frage, die der Bericht unbeantwortet lässt.

Vorerst sind die gesicherten Fakten überschaubar. In den kommenden Wochen soll ein großes Update erscheinen, die Nutzung steigt, und die Reparaturen an drei Rechenzentren sind unterschiedlich weit fortgeschritten. Das Update wird zeigen, wie berechtigt diese Zuversicht war.

Der Käse hat Löcher. Deine Infrastruktur sollte keine haben.